28. April bis 7. Oktober 2018
Fred Stein. Dresden – Paris – New York

Ob in den Porträts berühmter Zeitgenossen oder in den Aufnahmen der Metropolen Paris und New York, das vielschichtige fotografische Werk Fred Steins offenbart das bemerkenswerte Talent eines sensiblen Porträt- und Straßenfotografen. Dabei kam der angehende Jurist als Quereinsteiger zur Fotografie, die er auf beeindruckende Weise meisterte.

Der Sohn eines Rabbiners wurde 1909 in Dresden geboren, studierte Rechtswissenschaften und war überzeugter Sozialist. 1933 riss Hitlers Regierungsübernahme den jungen Referendar aus seiner beruflichen Laufbahn und zwang ihn und seine Ehefrau Liselotte zur Flucht nach Paris, wo das  gemeinsame Hochzeitsgeschenk, eine Leica-Kleinbildkamera, zum Schlüsselmoment seiner neuen Karriere wurde. Im Pariser Exil machte er sich als Fotograf selbstständig und entwickelte binnen kürzester Zeit einen präzisen und doch stimmungsvollen Blick auf die Metropole und ihre Bewohner. Architektur, Freizeit und Arbeit, Milieu- und Charakterstudien verband Stein mit sozialpolitischen Fragen seiner Zeit. Sie spiegeln sich auch in seinen Straßenfotografien aus New York wider, das ihm 1941 auf der erneuten Flucht vor dem nationalsozialistischen Terror zur neuen Heimat wurde. Zu einer formal versierten und dynamischen Bildsprache gesellt sich immer wieder der humorvolle Blick auf typische Szenen des großstädtischen Alltags und kennzeichnet das Werk des Fotografen.

Nachdem ein Hüftleiden ihn von der Straße ins Studio zwang, konzentrierte er sich auf die Porträtfotografie und schuf bis zum Lebensende über 1200 Aufnahmen bekannter und bedeutender Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Viele dieser Bilder zählen heute zu Ikonen der Porträtfotografie. Fred Stein starb 1967 in New York im Alter von 58 Jahren.

Das Stadtmuseum Dresden würdigt mit der Sonderausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Freds Sohn Peter Stein entstanden ist, das Werk des aus Dresden stammenden Fotografen.    

Hier finden Sie den Ausstellungskatalog.

Bis zum 25. Juni erinnert das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der Werkschau „Fred Stein. Modern Times“ mit rund 30 Originalabzügen an den Fotografen.

In both the portraits of famous contemporaries and in the images of the metropolises of Paris and New York, Fred Stein‘s multi-layered photographic oeuvre reveals the remarkable talent of a sensitive portrait and street photographer.

Stein was the son of a rabbi, born in Dresden in 1909. When Hitler came to power in 1933, the young lawyer-to-be and dedicated socialist lost his livelihood and was forced to flee to Paris together with his wife Liselotte, where a mutual wedding present, a Leica camera, led to a new career. He had to change his profession; and he quickly mastered the medium of photography in an impressive way. He became a freelance photographer and developed a precise yet densely atmospheric view of the city and its inhabitants within a very short time. Stein combined architecture, work and leisure, cultural and character studies with the social issues of his time.These topics are also reflected in his street photographs in New York, which became his new home in 1941 after a second escape from the terror regime of National Socialism. In addition to formally accomplished and dynamic imagery, his humorous take on typical scenes of metropolitan everyday life characterizes the work of the photographer.

After a hip ailment forced him from the street into the studio, he focused on portrait photography and created more than 1,200 portraits of famous celebrities of the 20th Century. Today, many of these images are icons of portrait photography. Fred Stein died in 1967 in New York at the age of 58.

Until June 25, the Kupferstich-Kabinett of the Staatliche Kunstsammlungen Dresden will be presenting some 30 original vintage prints in the retrospective „Fred Stein. Modern Times“.

Fred Stein Albert Einstein, Princeton, New Jersy 1946, ©Fred Stein Archive

 

Mit freundlicher Unterstützung des US-Generalkonsulates Leipzig.       

 

1. Dezember 2018 bis 3. März 2019                                       

Märchenausstellung

Die Märchentexte der Brüder Grimm und die folgender Sammler begeisterten seit Beginn des 19. Jahrhunderts Groß und Klein – auch hier in Dresden. Die Ausstellung nimmt sich der Dresdner Märchenrezeption an und stellt die vielfältige Auseinandersetzung mit dem Thema Märchen vor. Sie zeigt Märchenillustrationen Dresdner Künstlern wie Ludwig Richter, Erwin Oehme und Josef Hegenbarth und blickt auf die  Märchenaufführungen von Oper, Dresdner Märchenbühne oder Theater Junge Generation. Nicht zuletzt schaut sie auf Märchenhaftes aus Dresdner Produktion von Schokoladenfigur über Brettspiel bis Adventskalender.

Brettspiel „Durchs herrliche Märchenland“ nach Entwurf von Kurt Brandes, VEB (K) Druck und Verpackung, Abteilung Verlagserzeugnisse, Dresden, 1958. Foto: Stadtmuseum Dresden

 

Ab Februar 2019

Porträts Dresdner Bürger

Seit Ende 2016 bereiten der Historiker Holger Starke und der Fotohistoriker Wolfgang Hesse eine Ausstellung vor, die im Februar 2019 eröffnet. Fotografische Bildnisse bedeutender Bürger (und auch einiger Bürgerinnen) stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Sie stammen aus der Frühzeit des Stadtmuseums und gehören zu einem nahezu vollständig erhaltenen, erstmals in seinen historischen Bezügen gezeigten Bestand von 2700 Porträtfotografien. Initiator der Sammlung war der Historiker, Stadtarchivar, Stadtbibliotheksleiter und erste Museumsdirektor Otto Richter (1852-1922), der in Stadtbildern, Objekten, Porträts und Geschichtswerken die Transformation von Stadt und Bürgergesellschaft in die Moderne hellsichtig begleitete.

Portraitaufnahmen aus der "Otto-Richter-Sammlung" im Stadtmuseum Dresden

 

Juni bis September 2019

Dresdner Moderne? Architektur und Stadtplanung 1919 bis 1939

In Dresden wurde 1928 das erste Kugelhaus der Welt errichtet, es entstanden Laubenganghäuser mit Flachdach und Schulbauten mit Montessori-Räumen. Gropius gestaltete ein Grabmal. Aber waren das nur Einzelbeispiele? In Sonderausstellung und Buch wird der Frage nachgegangen, ob es eine Dresdner Moderne gab, und wenn ja, wie sie aussah und wo sie zu finden ist.

Modell des Kugelhauses, Architekt Peter Birkenholz, VEB Ausstellungen der Stadt Dresden, um 1960, Stadtmuseum Dresden



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