Fred Stein: Straßenkreuzung, Paris 1935, © Fred Stein Archive

28. April bis 7. Oktober 2018
Fred Stein. Dresden – Paris – New York
Berühmt sind die Personen, die er fotografierte, doch zu wenig bekannt ist der Name des Fotografen: Fred Stein gehört zu den Pionieren der Kleinbildfotografie der 1930er und 1940er Jahre. Das fotografische Oeuvre des Quereinsteigers ist ein bewegendes und bewegtes Zeugnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 1909 als Sohn eines Rabbiners in Dresden geboren, war der überzeugte Sozialist nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 gezwungen, seine Heimatstadt zu verlassen. Infolgedessen musste sich der angehende Jurist beruflich neu orientieren. Unter dem Vorwand einer Hochzeitsreise floh er 1933 mit seiner Frau Lilo nach Paris. Das gemeinsame Hochzeitsgeschenk, eine Leica-Kleinbildkamera, wurde zum Schlüssel für seine zweite Karriere. In der Not der Flucht und Emigration offenbarte sich sein herausragendes Talent als sensibler Porträt- und Straßenfotograf. Zunächst im Pariser und nach 1941 im New Yorker Exil spürte Fred Stein auf seinen Streifzügen durch die Großstadt – einem „Ethnologen des urbanen Raums“ gleich – den besonderen Augenblicken und der Poesie der Metropolen nach. Als stiller Beobachter hielt er in seinen Bildern typische Szenen und Orte sowie das Besondere des Lebens der Großstädter fest.
In vergleichbarer Art und Weise zeugen die von ihm gefertigten Porträtaufnahmen von jener unaufdringlichen Nähe, mit der er sich den Menschen näherte. Die Liste der Porträtierten liest sich wie das „Who is Who“ des 20. Jahrhunderts: Hannah Arendt, Albert Einstein, Willy Brandt, Arnold Zweig, Egon Erwin Kisch, Bertolt Brecht, Marlene Dietrich, Salvador Dalí, Martin Buber, Thomas Mann.

Als humanistisch gesinnter Intellektueller bewahrte er sich immer den Blick für das Ganze – er fotografierte mehr als nur den perfekten Augenblick. Seine Bildergeschichten weisen Fred Stein als meisterhaften Fotografen der Moderne aus.

Das Stadtmuseum Dresden würdigt mit der Sonderausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Freds Sohn Peter Stein entstanden ist, das Werk des aus Dresden stammenden Fotografen.

Ab dem 28. März erinnert auch das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der kleinen Werkschau "Fred Stein. Modern Times" mit rund 30 Originalabzügen an den Fotografen.



Fred Stein: Albert Einstein, Princeton, New Jersey 1946, © Fred Stein Archive

 

1. Dezember 2018 bis 3. März 2019
Märchenausstellung
Die Märchentexte der Brüder Grimm und die folgender Sammler begeisterten seit Beginn des 19. Jahrhunderts Groß und Klein – auch hier in Dresden. Die Ausstellung nimmt sich der Dresdner Märchenrezeption an und stellt die vielfältige Auseinandersetzung mit dem Thema Märchen vor. Sie zeigt Märchenillustrationen Dresdner Künstler wie Ludwig Richter, Erwin Oehme und Josef Hegenbarth und blickt auf die Märchenaufführungen von Oper, Dresdner Märchen-Bühne oder Theater Junge Generation. Nicht zuletzt schaut sie auf Märchenhaftes aus Dresdner Produktion von Schokoladenfigur über Brettspiel bis Adventskalender.


Ab Februar 2019
Porträts Dresdner Bürger
Seit Ende 2016 bereiten der Historiker Holger Starke und der Fotohistoriker Wolfgang Hesse eine Ausstellung vor, die im Februar 2019 eröffnet.
Fotografische Bildnisse bedeutender Bürger (und auch einiger Bürgerinnen) stehen im Mittelpunkt. Sie stammen aus der Frühzeit des Stadtmuseums und gehören zu einem nahezu vollständig erhaltenen, erstmals in seinen historischen Bezügen gezeigten Bestand von 2700 Porträtfotografien. Initiator der Sammlung war der Historiker, Stadtarchivar, Stadtbibliotheksleiter und erste Museumsdirektor Otto Richter (1852-1922), der in Stadtbildern, Objekten, Porträts und Geschichtswerken die Transformation von Stadt und Bürgergesellschaft in die Moderne hellsichtig begleitete.



Nach oben Hauptmenu Inhalt

© 2011 Stadtmuseum Dresden