Das Kraszewski-Museum

 

Das Kraszewski-Museum

Das erste binationale Museum Deutschlands öffnete 1960 im romantisch gelegenen früheren Wohnhaus des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) seine Pforten. Dresden war im 19. Jahrhundert von Kraszewski als Ort der Emigration ausgewählt worden.

Das Museum versteht sich als Mittler des deutsch-polnischen Kulturtransfers in Vergangenheit und Gegenwart. In Kooperation mit polnischen Museen und Kultureinrichtungen zeigt es Ausstellungen, die das Nachbarland in Dresden noch besser bekannt machen sollen. In Lesungen, Konzerten und Sonderausstellungen erhalten die Besucher zudem einen lebendigen Eindruck von der zeit- genössischen polnischen Kulturszene. Seit 2009 ist das Kraszewski-Museum Veranstalter der Polnischen Kulturtage in Dresden.

 

 Die aktuelle Sonderausstellung: Polen aus freier Wahl.

Deutschstämmige Familien in Warschau im 19. und 20. Jahrhundert.

Warschau war über Jahrhunderte hinweg eine multikulturelle Stadt, in der verschiedene Nationalitäten friedlich miteinander gelebt haben. Die Ausstellung erinnert an diese vergessene kulturelle Vielfalt und erzählt von deutschen Migranten – darunter vieler aus Sachsen –, die Industrie, Architektur, Wissenschaft und Kultur in Warschau und Polen über 200 Jahre stark beeinflusst haben. Viele deutsche Familien assimilierten sich freiwillig innerhalb einer Generation. Das 20. Jahrhundert brachte den Polen die Verwirklichung ihrer Träume von einem eigenen unabhängigen Staat. In der nationalen Unabhängigkeitsbewegung mangelte es nicht an deutschstämmigen Teilnehmern. Sie kämpften für die polnische Sache im Ersten Weltkrieg, danach im polnisch-sowjetischen Krieg 1919-1920 und später auch beim Warschauer Aufstand 1944. Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche nach einer nahezu in Vergessenheit geratenen erfolgreichen polnisch-deutschen Symbiose.

 



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